Projekttage in Hetzdorf - 31.8. bis 2.9.2017

Am 31.8. trafen wir uns am Neustädter Bahnhofsvorplatz, um gegen 10.00 Uhr mit einem Bus nach Hetzdorf mit dem Ziel „Sumpfmühle“ fahren zu können. Bestellt war ein Kleinbus, gefahren sind wir mit einem extralangem Linienbus. Der bestellte war kaputt, andere Reisebusse so schnell nicht frei. Die Fahrt dauerte ja nicht lange. Dann erfuhren wir jedoch, dass der Bus nicht die schmale Straße bis zum Hotel fahren kann (da er dort nicht wenden könne). So setzte er uns mit unserem Gepäck in der Dorfmitte ab. Mit Hilfe von Hans-Jürgen, der mit seinem Auto da war, war es uns gelungen das Gepäck, welches sich nicht rollen ließ, sowie diejenigen, die nicht gut zu Fuß waren, ans Ziel zu bringen. Das Wetter hatte es da noch gut mit uns gemeint.

Nachdem dann alle ihre Zimmer und Wasser für die Medikamenteneinnahme (das wir als gesponsert deklariert hatten) bekommen hatten, konnte es losgehen.

Das Mittagessen war für die 3 Tage in der Rehaklinik für uns gesichert. Hier wurden wir vom Personal sehr gut betreut. Die Suppe und die Nachspeise des ersten Tages war zwar nicht unser Geschmack, aber an den folgenden Tagen konnten wir zufrieden sein.

Am ersten Tag folgte nach dem Mittagessen ein Vortrag vom Chefarzt der Orthopädie der Rehaklinik, Dr. … zum Thema Bewegung und Parkinson, der mal nicht so gespickt mit Fachbegriffen war. Das war dadurch einfacher ihm zu folgen. Außerdem „löcherten“ wir ihn zwischendurch bereits mit unseren Fragen.

Zum Abendessen kamen wir immer in der Sumpfmühle zusammen. An diesem Abend besuchte uns Matthias Brade, der ebenfalls an Parkinson erkrankt ist. Trotzdem tritt er noch als „August der Starke“ zu verschiedenen Anlässen auf. Zu uns kam er mit seinen Gitarren. Wir sangen gemeinsam, er brachte uns oft zum Schmunzeln. Es wurde ein langer Abend, da noch einige von uns sich mit ihm unterhalten wollten.

Der 1. 9. war leider total verregnet. Wir hatten eine Kremserfahrt geplant. Wir ließen uns von dem Regen nicht entmutigen, setzten uns in die beiden Kremser, die gut gegen Regen geschützt waren, und fuhren durch den Tharandter Wald. Kleine Schnäpschen standen uns zur Verfügung. In dem einen Wagen wurde viel gesprochen, in dem anderen gesungen. So vergingen die 90 Minuten wie im Flug und lustig war es noch dazu.

Nach dem Mittagessen war eine kleine Pause, bevor zur Kaffeerunde Dr. Themann – Chefarzt der Parkinsonklinik – erschien und wir ihn alles fragen konnten, was uns auf dem Herzen lag. Am Ende stellten wir fest, dass es für uns recht angenehm war mal ohne Vortrag direkt ins Gespräch zu kommen. Auf unsere Anfrage, ob wir mit ihm jedes Jahr solch eine lockere Gesprächsrunde durchführen können, gab er seine Zustimmung.

Dieser Tag war gespickt mit Aktivitäten. Jetzt mussten wir selbst aktiv werden – bei der Tanzgymnastik. Diese führen wir 1x im Monat in unserer Gruppe durch. Jedoch sind nun viele der langjährigen Mitglieder nicht mehr in der Lage daran teilzunehmen. So suchen wir neue Teilnehmer, denen wir mit dieser Veranstaltung den Inhalt unserer Tanzgymnastik zeigen wollten.

Den Abend wollten wir gemütlich in lockeren Gesprächsrunden ausklingen lassen. Da wir aber von der Fülle dieses Tages recht geschafft waren, saßen wir zwar noch beisammen, einige blätterten in unserer Chronik, aber dann sehnten wir uns nach unseren Betten.

Am 2.9. war nicht nur unsere Abfahrt, sondern auch eine kleine geführte Wanderung. Zum Glück war das Wetter heute auf unserer Seite – kein Regen und dafür Sonnenschein. Es war gut so mal die Seele baumeln zu lassen.

Nach einem gemeinsamen Kaffetrinken holte uns der Bus ( der gleich rückwärts die schmale Straße fuhr) direkt vom Hotel ab.

So sind 3 Tage recht schnell vergangen, die wir (20 Personen) gemeinsam verbracht haben. Wir werden noch einige Zeit brauchen, um alles zu verarbeiten und Erfahrungen für die nächsten Jahre zu sammeln.

Auf alle Fälle möchten wir jedes Jahr ähnliche Gelegenheiten schaffen, um auch uns in der Gruppe näher kennen zu lernen. Dabei nicht nur die eigenen Probleme zu sehen, sondern auch die unseres Nachbarn und voneinander zu lernen, wie wir damit umgehen können.

 (Text: Ingrid Jopp)